Sie sagte oft Dinge wie:
"Was für eine Frau bist du? Fünf Jahre Ehe und immer noch kein Kind. So endet die Familienlinie mit dir. Du musst dich untersuchen lassen, Elena."
Alles, was ich tun konnte, war, den Kopf zu senken, ein Lächeln zu erzwingen und nachts in mein Kissen zu weinen. Ich hatte Behandlung um Behandlung durchlaufen, Krankenhaus um Krankenhaus besucht, und alle Ergebnisse waren gleich.
"Es gibt kein klares Problem. Überwachen Sie weiter."
Ich habe mir für alles die Schuld gegeben. Es kam mir nie in den Sinn, dass das Problem vielleicht nicht bei mir liegt. In diesem Haus fürchtete ich am meisten meinen Schwiegervater, derjenige, der mich am meisten zermürbte, war meine Schwiegermutter, und derjenige, dem ich am meisten vertraute, war Javier.
Oder so glaubte ich zumindest.
In jener Nacht weckte mich der Durst. Ich griff nach Javier und fand nur kalte Laken. Seine Seite des Bettes war unberührt und leer. Ich rieb mir die Augen und schaute auf die leuchtende Uhr auf dem Nachttisch. 3:10 Uhr morgens. Das ganze Haus war still, abgesehen vom leisen Brummen der Klimaanlage. Ich zog meine Hausschuhe an und ging nach unten, um Wasser zu holen.
Als ich an Javiers Büro vorbeiging, bemerkte ich eine dünne blaue Lichtlinie unter der Tür.
"Arbeitet er noch?" dachte ich.
In letzter Zeit stand seine Gesellschaft unter Druck, und er beklagte sich oft darüber, erschöpft zu sein. Ich wollte gerade klopfen, um ihm zu sagen, er solle sich ausruhen, als ich seine Stimme von drinnen hörte. Es war vertraut, und doch weicher, als ich es je gehört hatte.
"Mach dir keine Sorgen, meine Liebe. Morgen wird alles erledigt sein. Nach morgen wird uns niemand mehr im Weg stehen."
Ich erstarrte, meine Hand schwebte in der Luft.
"Meine Liebe?"
Mein Herz begann zu pochen. Ein Schauer breitete sich von meiner Wirbelsäule bis zum Nacken aus. Ich legte mein Ohr vorsichtig an die Tür.
Seine Stimme kam erneut, jetzt leiser, fast zufrieden.
"Ich habe alles geplant. Auf dieser Bergstraße rutscht das Auto leicht aus, wenn es auch nur ein bisschen regnet. Die Polizei wird denken, es war ein Unfall. Niemand wird etwas vermuten."
Meine Hände wurden taub.
Die Bergstraße. Das Auto. Ein Acc:ident.
Der nächste Tag sollte unser fünfter Hochzeitstag sein. Javier hatte mir erzählt, dass er mich in ein Bergbad mitnehmen würde, in ein Hotel mit Blick auf den Kiefernwald, einen romantischen Ausflug, um die Traurigkeit unserer kinderlosen Jahre zu lindern. Ich hatte warme Mäntel und Schals eingepackt und sogar meiner Schwiegermutter gesagt:
"Mama, wir sind ein paar Tage weg. Bitte passt auf euch auf und vergisst eure Medizin nicht."
Jetzt habe ich es verstanden. Diese Jubiläumsreise war nie eine Feier.
Es sollte meine Hinrichtung sein.
Dann ertönte eine Frauenstimme durch die Lautsprecher, tief und nervös.
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